Montag, 31. Juli 2017

Im Zauberwald

Kennt ihr das auch, dass man manchmal aus lauter Gewohnheit den Blick dafür verliert, dass etwas eigentlich besonders schön ist?
Dass es zwar irgendwann einmal für grosses Enzücken, riesige Begeisterung und helle Freude gesorgt hat, dass es aber im Laufe der Zeit einfach "normal" und zur - zwar liebgewonnenen, aber nicht mehr so besonderen - Gewohnheit wurde?
Mir passiert das hin und wieder. So auch mit unserem Wald. Als wir vor einigen Jahren unser Haus gekauft haben, konnte ich unser Glück kaum fassen: Mitten in der Natur, umgeben von Kuh- und Schafweiden und direkt am Wald.
Nach dem Umbau des Hauses hatten wir endlich auch Zeit, die Umgebung zu erkunden, was wir in herrlich langen Sonntagsspaziergängen durch die umliegenden Wälder taten. 
Wir waren begeistert: Alles war so schön, verwunschene Wege, Fuchsbauten, versteckte Plätzchen wo kleine Quellen aus dem Boden sprossen und im Frühling Unmengen von Schlüsselblümchen den Fleck Erde in ein fast magisch anmutendes Plätzchen verwandelten.
Oder ein Pfad, gesäumt von mannshohen Fingerhutstauden...
Mit der Zeit gewöhnten wir uns an all das Schöne. Natürlich genossen wir noch immer jeden Spaziergang und waren uns bewusst, dass es im Wald und überhaupt in unserer Wohngegend schön ist, aber es zeigten sich auch die anderen Seiten des (sehr) ländlichen Wohnens in einem (sehr) kleinen Bauerndorf, in dem (sehr) viel Wert auf verwandtschaftliche Bindungen gelegt wird, in dem "Fremden" mit (sehr) viel Skepsis gegenübergetreten wird und in dem die Gerüchteküche sofort und (sehr) heftig brodelt... Aber das wäre ein Thema für einen eigenen Post - also lassen wir das für heute und kommen zurück zum eigentlichen Thema! 😉 
Es traten andere Dinge in den Vordergrund, der Blick dafür, wie schön wir wohnen, ging im Alltag etwas verloren und die Wiesen, die Wälder und das Inmittendernatursein wurde irgendwie fast selbstverständlich.
Bis eine liebe Freundin und ihr Mann uns durch eine an sich simple Bemerkung wieder bewusst gemacht haben, wie schön es hier ist. Sie waren begeistert von der Ruhe, von den Feldern und vom Wald und haben uns das auch so gesagt.
Meine Freundin hat den Wald als "Zauberwald" bezeichnet, und seither fällt mir das täglich ein. Dass wir eigentlich in einem Märchen leben. Mit einem Knusperhäuschen, dem gestiefelten Kater und seinem Damen-Gefolge, ein paar Zwergen (die zeige ich euch demnächst) - und sogar die eine oder andere Hexe lässt sich problemlos finden. 🙊
Aber vor allem ist da eben der Zauberwald wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen, wo Rehe zufrieden leben (okay, zumindest bis zur Treibjagd im Herbst...) und wo vor allem einfach ganz viel Platz fürs Seelebaumelnlassen ist, wo man für ein paar Stunden den Alltag Alltag sein lassen und einfach nur das Leben in vollen Zügen geniessen kann. 
Dafür, dass meine liebe Freundin mir das wieder bewusst gemacht hat, bin ich wirklich dankbar. Viel zu oft betrachtet man das, was man hat, als selbstverständlich - obwohl es etwas ganz Besonderes ist.
 
Ich wünsche euch eine Woche voll mit kleinen, schönen Besonderheiten.
 
Liebe Grüsse,
Nadia

Kommentare:

  1. Liebe Nadia,
    so sieht es aus...Wir nehmen zu viel als einfach da und selbstverständlich hin und vergessen uns selbst daran zu erinnern, wie gut es uns geht. Da kommen solche Freunde gerade recht, die uns mit der Nase drauf stossen. Gut so!
    Zauberwald ist eine schöne Vorstellung - halt dran fest!

    liebe Grüße und einen guten Start in die Woche.
    Nicole

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  2. Liebe Nadia, wie schön Du wohnst. Manchmal ist der Blick halt ein bischen verhangen, aber er klart sich wieder wie bei Dir jetzt.
    glg Susanne

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  3. Nadja, das ist sehr schön be- und geschrieben. Ich sehe es wie du. Manchmal weiß man erst, was man hat, wenn andere es erwähnen. Das kenne ich. Zum Beispiel bei den Semperviven. Eine für mich völlig lästige, weil extrem stark kindelnde Semps wird von einer Freundin bemerkt und hoch gejubelt. So ist das.

    Sigrun

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  4. Liebe Nadia,
    ein wunderschöner Post, bin sehr berührt JA!!!!! das stimmt man vergisst so oft was man hat!!! mit der Zeit wird alles selbstverständlich.
    Wunderschöne Bilder und traumhafter Ort.
    Ganz liebe Grüße und eine leichte Woche wünsche ich Dir.
    Liebe Grüße
    Karina

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  5. Liebe Nadia,
    das hast du gut beschrieben. Sich immer wieder diese vielen schönen Dinge bewusst ansehen, und sie sich damit bewusst machen. Bei uns ist der Wald nur ein paar meter weg - und trotzdem sind wir leider zu selten da. Ein hübscher Bach läuft direkt vor dem Haus und oft freuen wir uns über unseren "Ausblick". Ich glaube, es ist egal wo man wohnt - überall gibt es schöne Dinge zu sehen. Wie müssen nur hinschauen.Das passiert zu selten. Durch deinen Blog und deine schönen Bilder werd ich immer mal wieder daran erinnert. Dankeschön:)
    Viele liebe Grüße, Anke

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  6. Liebste NAdia,
    Du wohnst wirklich wunderschön ... in diesem Zauberwald, da würde ich auch gern mal spazierengehen ... da gibt es sicher soooooviel zu entdecken! Man muß nur die Augen offen halten , nicht wahr? *lächel*
    Danke für die herrlichen Bilder!
    Hab eine zauberhafte neue Woche!
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

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  7. Liebe Nadia!
    Wie recht Du hast. Leider schätzt man die Dinge um einen herum oft viel zu wenig. Deine Zauberwald-Fotos sind traumhaft schön. Und dass auch Hexen zu einem Zauberwald gehören, ist ja leider selbstverständlich ;-)
    Liebe Grüße
    Karen

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  8. Hallo Nadia,
    ihr habt es wirklich sehr schön, aber ich kann verstehen, dass man sich dran gewöhnen kann und dann wieder den frischen Blick von außen braucht.
    Schöne Bilder, vor allem vom Landkärtchen.
    VG
    Elke

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  9. ... auch wir haben gestern bei einer Radltour durch den Wald tief durchgeschnauft und neue Eindrücke und Energie getankt, deine Fotos sind klasse !
    Liebe Grüße
    Gabi

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  10. Ich glaube ich habe die Hexe entdeckt ;) Die wunderschönen Fotos von dir vom Zauberwald bringen mich zum Lächeln und ich freue mich, wenn wir wieder mal ein bisschen "Auszeit" bei euch genießen dürfen ♥
    DU bist ganz besonders, weißt du das? ♥

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  11. The summer at its best in your photos <3 Wishing you a beautiful August too.

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  12. Wunderschön, daran sollte man sich wirklich jeden Tag erfreuen und sich nicht dran gewöhnen :)

    Lieben Gruß
    Sarah

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  13. Liebe Nadia, das hast du wunderbar geschrieben! Und du hast ja so recht... Oft müssen uns Andere erst wieder bewußt machen (und das ist auch gut so), wie toll man es hat oder eben wohnt. Für einen selbst werden verschiedene Dinge nach kurzer Zeit einfach selbstverständlich und man nimmt sie nicht mehr als etwas Besonderes wahr. Du wohnst jedenfalls ganz zauberhaft :-). Übrigens hast du mich neugierig gemacht... 1. Schultag und so?! Ganz liebe Grüße, auch an den Zauberwald. Christine

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  14. Liebe Nadia,
    sehr berührende Zeilen hast du geschrieben. Ja, manchmal verliert man den Blick für die Schönheiten des Lebens. Wie gut wenn dann Freunde da sind, die einen wieder darauf aufmerksam machen. Ihr wohnt in einer herrlichen Gegend und du hast wunderschöne Fotos von euren Spaziergängen mitgebracht.
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

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  15. Liebe Nadia,
    das ist ein wunderschöner Post und ich freu mich, dass du das Besondere wieder mit neuen Augen siehst! Das ist wirklich ganz besonders wertvoll! Ich beneide jeden, der auf dem Land wohnt und den Blick direkt in die Natur hat.
    Ich wohne zwar auch ganz schön und weiß es zu schätzen, aber es steht gleich ein Haus gegenüber. Somit ist es nichts mit dem Blick in die Ferne. Aber man kann nicht alles haben. Dafür genieße ich im Winter beim Camping den Blick auf die Allgäuer Berge umso mehr :)
    Ganz lieben Gruß und noch viele schöne Spaziergänge im Zauberwald,
    Trixi

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  16. Liebe Nadia!
    Stimmt, mit der Zeit wird man Betriebsblind. Man muss sich die schönen Dinge die man jeden Tag vor der Nase hat immer wieder bewusst machen und viel mehr genießen.
    Mir ist aufgefallen, dass wir seit Wallace tot ist gar nicht mehr spazieren waren. Das fühlt sich irgendwie doof an, so allein durch die Gegend zu gehen.
    Liebe Grüße, Nicole

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  17. Dein Zauberwald ist ganz wunderbar. Bei uns ist es immer das Mariechen, das uns die Augen für die besonderen Dinge öffnet, an denen wir Großen so manches Mal vier zu schnell vorbeihasten. Ich wünsche dir für den August ganz viele Zauberwald-Momente. Sina

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  18. Oooh.. Nadia! Ihr lebt wirklich in einem Zauberwald. Du Glückliche! Deine Bilder sind ganz und gar bezaubernd. Was für eine hübsche Gegend. Und ist es wirklich so, dass Fremde im Dorf nicht willkommen geheißen werden? Ich lese es immer wieder in Büchern, aber dass es wirklich so sein könnte, habe ich mir nicht vorstellen können. Gerne würde ich jetzt mit Dir durch den Wald schlendern und mir die Quellen, die Fuchsbauten und all' die anderen Tiere, Pflanzen und Orte anschauen. Dein Post macht wirklich Lust darauf!! Ganz liebe Grüße, Nicole (die immer noch ganz verzückt ist!)

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  19. Ohhh ahhh! Dann wohnst du in einer ähnlichen Gegend wie ich! 😊 Kuhweiden, Wald hab ich auch. Auch ein kleines Dörfchen, aber die Gerüchteküche brodelt da nicht so. Jedenfalls hört man nichts. Viel Verwandtschaft ist dort auch. Wir sind jedenfall nett aufgenommen worden.
    LG Petra

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  20. Wie recht Du hast, liebe Nadia, Ihr wohnt wirklich wunderschön und ich könnte mir vorstellen, in diesem Zauberwald etliche Stunden zu verbringen und zu träumen...
    Dankeschön für Deine herzlichen Willkommen-zurück-Grüße, ich habe meine Auszeit wirklich sehr genossen und könnte mir auch vorstellen, sie in einem Zauberwald zu verbringen ;-)))
    Dankeschön für die wunderschönen Fotos.
    Einen schönen Sonntag mit vielen glücklichen Momenten wünsche ich Dir und schicke ♥liche Drosselgartengrüße mit.
    Traudi.

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  21. Liebe Nadia,
    oft ist es wirklich die Gewohnheit die Einzug in den Alltag nimmt. Manchmal fehlt dann der Blick fürs Wesentliche, oder wie bei dir zum Besonderen, denn bei dir ist es ja wirklich ganz besonders. Ein Märchenwald direkt vor deiner Haustür. Felder und Wiesen zum greifen nah. Tolle Fotos hast du davon gemacht. Lass dich wieder ganz oft von deiner Umgebung verzaubern :-)
    Ich wünsche dir einen wunderschönen Tag!
    Liebe Grüße Andrea

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  22. Das ist schon mal wunderbar, dass auch bei dir ein Landkärtchen auf den Blüten saß. Man sieht sie nicht so häufig.
    Ich glaube, das ist ganz normal, dass man sich an das Besondere gewöhnt und dass es zum Alltag wird. Ich habe am Wochenende eine Freundin in Freiberg besucht, die den allerschönsten Altstadtgarten mit traumhaften Ausblicken und dem allerschönsten renovierten Haus hat...für sie selber war das inzwischen ganz normal und sie redete sogar davon, weg zu ziehen, wenn es mit der Arbeit nicht weiter geht.....so ging es uns ja leider auch.
    LG Sigrun

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